Smilla war hier

Ende Juni kam mein letzter Besuch hier in Tansania an. Meine Freundin Smilla landete spät nachts in Dar es Salaam, wo wir uns nach knapp 10 Monaten endlich wiedersahen!

Am selben Tag fuhren wir früh morgens mit dem Bus los zu mir nach Hause nach Uuwo. Auf der circa 11-stündigen Fahrt wurden wir klassischerweise von engen Sitzreihen, schlechter Musik und noch schlechteren Musikvideos und Filmen begleitet. Ja, viele Busse haben tatsächlich Bildschirme.

Zuhause angekommen, konnten wir uns trotz ewigem Sitzen nur noch hinlegen und uns ausruhen.

Die ersten Tage ihres Aufenthaltes waren wir beide leider recht angeschlagen und konnten nicht allzu viel machen. Als wir dann beide wieder einigermaßen fit waren und ein wenig verpasste Zeit aufholen wollten, machte Tansania, oder eher die Unzuverlässigkeit vieler seiner Bürger, uns erneut einen Strich durch die Rechnung und wir saßen eine sehr lange Zeit bei uns zu Hause fest. Die genaueren Umstände sind hierbei nicht so wichtig, wir waren jedenfalls beide ein wenig genervt. Doch trotzdem waren wir noch am selben Tag spätnachmittags beim Ndoro-Wasserfall in der Nähe von Marangu. Viel Zeit hatten wir zwar nicht mehr, aber länger hätten wir es im Kili-Gletscherwasser eh nicht ausgehalten. Doch noch ein gelungener Tagesabschluss! (Vor allem, als Russland dann auch noch Spanien im Elfmeterschießen besiegte)

Zwei Tage später waren wir dann bei den heißen Quellen „Maji Moto“, die auch schon das ein oder andere mal hier in diesem Blog aufgetaucht sind. Wir sind mit öffentlich Verkehrsmitteln zuerst zu einem Ort namens Boma Ng’ombe und von dort aus mit Bajaji (ein kleines Dreirad, vielleicht eher bekannt als TukTuk) zu den heißen Quellen. Dort angekommen ist mit erneut aufgefallen, dass dieser Ort einfach immer wieder erstaunlich schön ist.. Mit den vielen Bäumen, die quasi im Wasser wachsen, dem glasklaren Wasser und der Schwingliane ist dieser Ort einfach ein Paradies.
Gut, dass man an so einem Ort jemanden mit so optimaler Kameraführung wie du dabei hat, Smilla! (Ich hatte ja auch meinen genialen Moment 😉 )

Am nächsten Tag wollten wir eigentlich unsere Safari starten, die wurde allerdings einen Tag nach hinten verschoben. So halfen wir Lara beim Kochen an der Samaritan School, der Behinderteneinrichtung.

Dann ging es aber tatsächlich los auf Safari. Wir sind früh morgens von zuhause los nach Westen, Richtung der großen Nationalparks gefahren. Da die Fahrt eine ganze Weile dauert, sind wir erst mittags/nachmittags im Tarangire NP angekommen. Den Rest des Tages sind wir durch den Park gefahren und haben schon viele Tiere gesehen. Das Highlight war eine Elefantenherde, die nicht weiter als 1 Meter entfernt an unserem Auto entlang spaziert ist.

Zu dieser Zeit des Jahres ist es trockener gewesen, als bei der Safari mit meiner Familie. Aus diesem Grund gab es immer mal wieder Wasserlöcher, an denen mehrere Tiere standen. (Im März gab es an viel mehr Stellen Wasser, weshalb die Tiere verteilter waren)

Übernachtet haben wir in einem Hostel im Eingangsbereich des Parks. Als die Sonne am nächsten Morgen noch nicht aufgegangen war, saßen wir schon wieder im Auto und drehten eine weitere Runde durch den Park.

Nach dem Frühstück fuhren wir noch weiter Richtung Westen. Der zweite Park den wir uns anschauen wollten war nämlich die Serengeti. Um zur Serengeti zu kommen muss man durch die Ngorongoro Conservation Area, was leider Unmengen an Geld kostet.. Hier sahen wir erstaunlicherweise direkt vor uns einen Leoparden über den Weg laufen. Ein sehr unübliches Verhalten für die sehr seltenen Tiere. Wir konnten auch noch einen Blick in den Ngorongoro Krater werfen, in dem ich im März mit meiner Familie war. Wir sind dort nicht hineingefahren, da er nochmal mehr kostet.

Am Nachmittag sind wir dann in der Serengeti angekommen. Unsere Unterkunft, ein Zeltplatz mitten im Park, war noch ein ganzes Stück entfernt, weshalb wir noch einiges vom Park sahen, ehe der Tag vorüber war. Vor allem konnten wir viele Löwen auf dem Weg sehen. Drei verschiedene Gruppen, von denen eine sogar gerade ein Gnu verspeiste. Sie lagen direkt am Rand des Weges mit ihrer Beute, was uns sehr verwunderte und freute.

Den kompletten nächsten Tag verbrachten wir in der Serengeti und konnten die erstaunliche Landschaft bewundern. Die unendliche Ebene, die weiten Graslandschaften und die vielen Tiere sind einfach erstaunlich. Flusspferde, Krokodile und Elan-Antilopen waren die neu gesehenen Tiere dieses Tages.

Außerdem sind wir in den westlichen Teil des Parks gefahren, wo sich gerade die großen Gnu-Herden befinden.

Der nächste Tag war auch schon der letzte unserer Safari. Noch einmal konnten wir die Schönheit des Parks genießen, bevor wir den Rückweg nach Hause antraten. Von der Serengeti direkt nach Uuwo ist ein sehr langer weg, wir kamen erst um 22 Uhr zuhause an.

Die verbliebenen drei Tage nutzten wir um ein paar Projekte von uns anzuschauen. Dabei waren meine Sport- und Fußballprojekte für Smilla eher weniger spannend, dafür schaute sie sich aber ein paar für sie interessante Projekte der anderen an. Darüber hinaus waren wir noch an der Kondiki-Grundschule zum Kochen, was auch immer sehr spannend ist.

Ich habe kürzlich erst einen Eintrag über meine Projekte hier hochgeladen, wer also einen etwas tieferen Einblick in das, was ich hier abseits von Urlaub mache haben möchte, ist herzlich dazu eingeladen, sich diesen Eintrag mal anzuschauen.

Zwei Wochen, nachdem ich Smilla empfangen durfte, musste ich sie dann auch schon wieder abgeben 😦

Wir hatten trotzdem eine wunderbare Zeit, die wir beide wahrscheinlich nicht allzu schnell vergessen werden!

Bis demnächst!

Tino

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Meine Projekte

Wie angekündigt, kommt hier mal ein kleiner Überblick mit allem, was ich hier in Tansania so an Projekten mache. Nochmal zur Erinnerung: Wir sieben Freiwillige arbeiten an einer Secondary-School, der Kiumako, an fünf Grundschulen der Umgebung und zusätzlich noch in anderen Einrichtungen, wie der Behinderteneinrichtung, oder der kleinen lokalen Krankenstation.

Science-Unterricht
Mit Jan zusammen gebe ich an der Kiumako und an einer der Grundschulen, der Uuwo-Primary, „Science“-Unterricht. Dies machen seit Februar, vorher haben wir an der Kiumako „Computer“ und an der Grundschule „Geographie“ unterrichtet.
In „Science“ behandeln wir Themen aus der Physik und der Chemie. In jeder Stunde führen wir einen neuen Versuch durch, an dem wir einen bestimmten Vorgang verdeutlichen. Bis jetzt haben wir hauptsächlich die Themen Feuer und Luft behandelt. Wir bauen die Stunden nach dem typischen Prinzip „Materialien“, „Aufbau“, „Beobachtung“ und „Deutung“ auf, der von den Schülern dann auch in ihren Heften notiert werden soll. Eine Schwierigkeit dieses Fachs liegt darin, dass wir den Unterricht auf Kisuaheli durchführen müssen, da die meisten Schüler sonst kein Wort verstehen würden. Für uns eine gute Herausforderung, denn jede Stunde bedarf einer ausführlichen Planung, damit wir den Schülern die Thematik näherbringen können.
Versuche die wir bis jetzt gemacht haben: Bspw. „Der fliegende Teebeutel“, „Luftballonrutsche“, „Luftballonwirbel“, „Wassertornado“ und „Der Wachsbrand“.

Sport and Games
„Sport and Games“ ist ein recht simples Projekt, welches ich an der Kiumako mache und neuerdings mit Eva auch an der Kondiki-Primary.
An der Kiumako besteht das Projekt eigentlich nur daraus, dass wir einen Sack mit Bällen und manchmal auch anderen Dingen mitnehmen und dann einfach mit den Schülern spielen. Sehr gut, um sich einfach mal auszutoben und auch einfach die leichteste Methode um mit den Schülern in engeren Kontakt zu kommen.
An der Grundschule bereiten Eva und ich jede Stunde vor und haben bis jetzt meist Themen aus der Leichtathletik behandelt. Hauptsächlich Werfen, Springen und Laufen.

Schulkochen
Das Schulkochen ist eins der längsten Projekte hier in Mrimbo. Wir kochen jeden Freitag und er Kiumako und zusätzlich auch noch Dienstags und Freitags an einer der fünf Grundschulen. An der Kiumako gibt es immer Reis mit Kohlgemüse und an der Grundschulen meist Ugali oder Makande mit Gemüse. Ugali ist ein tansanisches Gericht, welches aus Maismehl und Wasser besteht. Wenn es zusammen gekocht wird, entsteht eine feste Masse, die nicht sehr geschmacklich, dafür aber sättigend ist. Makande ist ebenfalls aus der tansanischen Küche und bezeichnet quasi einen Eintopf mit aufgequollenen Maiskörnern. Zu jedem Essen kaufen wir außerdem noch verschiedenes Obst, meistens Orangen und Wassermelone.
Neu zum Schulkochen hinzugefügt, haben wir die Samaritan School, die Behinderteneinrichtung in unserem Dorf. Dort kochen wir Montags und Mittwochs für die Schüler. Es gibt, wie an der Kiumako, Reis mit Kohlgemüse und Obst.

Fußball-Projekt
Hierüber habe ich ja schon einmal in einem Blogeintrag geschrieben, deshalb halte ich mich kurz. Wer mag, kann dort ja nochmal vorbeischauen.
Das Fußball-Projekt läuft weiterhin gut, Jan und ich geben an der Kiumako weiterhin Mädchen- und Jungstraining. Inzwischen waren wir mit beiden Mannschaften auf je einem weiteren Spiel, welche wir zwar beide wieder recht deutlich verloren haben, aber erneut eine deutliche Leistungssteigerung erkennen konnten. Dieses Projekt macht mir weiterhin am meisten Spaß!

Englisch-Unterricht
Mit Eva und Tjorven zusammen gebe ich an der Kondiki-Primary Englisch-Unterricht. Wir versuchen, bei den Schülern wenigstens ein grundlegendes Verständnis für die englische Sprache aufzubauen, was sich aber als sehr schwer und müßig erweist. Kaum ein Schüler versteht, was wir ihm vermitteln wollen, obwohl wir die leichtesten Themen behandeln. Natürlich gibt es auch Stunden, bei denen das was wir machen ganz gut funktioniert und einige bis viele Schüler auch verstehen was wir ihnen beibringen wollen, aber insgesamt ist glaube ich nicht sehr viel hängengeblieben.

Das waren meine wichtigsten Projekte, über die ich bis jetzt ja eher wenig auf diesem Blog erzählt habe. Vielleicht kann der ein oder andere sich ja jetzt eher vorstellen, was hier bei mir so passiert, wenn ich grade mal nicht im Urlaub in 😉
Tino

Niklas, Schaukel und Vulkan

Kurz nach meiner Familie kam dann auch schon Niklas zu Besuch. In den drei Wochen, in denen er hier war, hatten wir einige Pläne. Niklas wollte eine Schaukel für die Behinderteneinrichtung bauen, wir wollten eine Tour um den Kili machen und auf den Ol Doinyo Lengai klettern, den höchsten aktiven Vulkan Tansanias.

Ein paar Tage nach seiner Ankunft sind wir in Moshi Werkzeug und Stahl kaufen gegangen, am Tag danach fing der Schaukelbau auch schon an. Mit fragwürdig aussehendem Schweißgerät und tansanischen Arbeitern als Gehilfen, mit denen Niklas nicht wirklich kommunizieren konnte, erwies sich das Ganze dann weniger leicht als gedacht.. Trotzdem war die Schaukel schon wenig später im Grunde genommen fertig. Ein paar Dinge wie Anstreichen und Anbringen der Ketten war noch nicht möglich. (Dass Jano und ich die Schaukel dennoch erst gestern, 21.6. – ca. 2 Monate später, fertiggestellt haben, zeigt wie es hier in Tansania manchmal abläuft..)

Vor Ort haben wir dann noch unsere Reise mit Gili besprochen. Wir würden sämtliche Ort der Umgebung (Lake Chala, Maji Moto) mit unserer Tour um den Kili und dem Ol Doinyo Lengai verbinden. Die Reise ginge also mehrere Tage lang durch den Norden Tansanias. In den ersten paar Tagen fuhren wir gegen den Urzeigersinn um den Kili und machen mehrere Stopps. Wir waren am Lake Chala, im Rongai Forest und in zwei Savannenlandschaften nördlich des Kilimandscharos. Leider sahen wir bis auf eine Herde Elan-Antilopen und ein paar Affen keine Tiere. Wahrscheinlich waren diese wegen der Regenzeit gerade woanders unterwegs.

Planmäßig wären wir in den Arusha Nationalpark gefahren, haben uns aber dann doch um entschieden und sind in den Tarangire Nationalpark gefahren. War genauso teuer, aber noch cooler. Hier haben wir dann auch endlich die erwünschten Tiere gesehen. Viele Antilopen, Elefanten, Giraffen usw.. Außerdem haben wir noch eine Löwin gesehen.

Von Mto wa Mbu, wo wir übernachtet haben, sind wir dann nach Norden zum Lake Natron gefahren. Hier befindet sich nämlich der Ol Doinyo Legai, der für die Massai übrigens ein heiliger Berg ist. Kann ich durchaus verstehen, so wie der aussieht. Um 12 Uhr nachts, wir hatten noch keine Minute geschlafen, mussten wir loslaufen um pünktlich oben anzukommen. Der Vulkan hat ab einer gewissen Höhe eine durchgehende Steigung von 45°, wenn nicht sogar mehr als das. Dementsprechend war der Aufstieg eine wahre Tortur.. Beeindruckend war, dass fast der gesamte Weg durch und über kalte hart gewordene Lava ging. Man ist also genau den Weg hoch gelaufen, den die Lava einst heruntergeflossen ist. Eigentlich ja logisch, aber hat mich trotzdem beeindruckt :D. Mehrere kleine Pausen und sogar eine länger Schlafpause später befanden wir uns auf dem letzten Anstieg. Als wir endlich, nach 7 Stunden, oben angekommen waren, war die Sonne leider schon aufgegangen. Trotzdem war der Ausblick gigantisch. Vom Krater aus konnte man westlich die Bergkette, die durch das Aufeinandertreffen der afrikanischen und asiatischen Kontinental-Platten entstanden ist, und nördlich den Lake Naton im Morgenlich betrachten. Der Krater ging ca. 100 Meter nach unten und durch kleine Öffnungen am Kraterboden und auch an den Hängen außerhalb des Kraters drang Schwefel nach außen.

Der Aufstieg hat uns schon wahnsinnig angestrengt, der Abstieg war aber noch schlimmer. Eine 45° Steigung nach unten zu laufen hört sich meiner Meinung nach eher spaßig an, aber mit Spaß hatte das nichts zu tun.. Unsere Körper waren komplett am Ende, als wir endlich wieder unten am Auto ankamen.

Noch schnell gefrühstückt und dann wieder Richtung Uuwo nach Hause. Auf dem Weg wollten wir eigentlich noch zu den heißen Quellen, das hat allerdings zeitlich nicht mehr hingehauen.

Eins, zwei Tage später ist Niklas dann auch schon wieder nach Hause geflogen.

Für mich hat danach eine „Projektkompaktphase“ angefangen. Der Mai war für mich der erste Monat seit langem, an dem ich ununterbrochen gearbeitet habe. In diesem Monat ist auch einiges in meinen Projekten passiert. Mehr dazu aber im nächsten Eintrag..

Bis bald!

Tino

ein Stück zuhause…

Obwohl mein jetziges „zuhause“ an einem Berghang in Uuwo, Tansania liegt, wird mein wahres zuhause immer in Hannover bleiben. Bei meiner Familie. Mitte März ist ein Stück zuhause, meine Familie, zu mir gekommen. Es war super schön, nach sechseinhalb Monaten, alle wiederzusehen! Mir war es sehr wichtig, dass meine Familie mein Leben hier kennen lernt und sieht wie mein Alltag aussieht. Andernfalls könnten sie sich nie vorstellen, wie es hier wirklich ist; da könnte ich noch so viele Stunden erzählen und noch so viele Bilder zeigen. Wenn man es nicht selbst gesehen hat, kann man nicht wissen, wie es wirklich ist. Deshalb haben wir eine Woche hier bei mir zuhause in Uuwo verbracht. In dieser Zeit habe ich ihnen viele meiner Projekte, das Dorf und die Umgebung, sowie mein Haus und Zimmer gezeigt.

Kochen an der Kondiki-Primary

Für mich war diese Zeit sehr schön. Meiner Familie hat es geholfen sich ein genaueres Bild meiner Umgebung und meiner Arbeit zumachen und mir hat es Spaß gemacht, ihnen näher zu bringen wie ich lebe, wie mein Tagesablauf so aussieht und wer zu meiner neuen, momentanen Familie gehört.

Während der zweiten Woche ihres Aufenthaltes, waren wir gemeinsam auf Safari. Ein Traum, den ich seit meiner Kindheit hatten und den ich nie wahr zu werden geglaubt hatte, ging damit in Erfüllung. Die Safari hatte ich mit Gili, mein Gastvater und Safariguide, zusammen geplant. Zu unserer Freunde hat sich Gili uns auch angeschlossen. Am ersten Tag sind wir abends von Uuwo Richtung Westen zum Tarangire Nationalpark gefahren. Dort haben wir dann übernachtet und sich früh morgens in den Park aufgebrochen. Die Stimmung, die durch die aufgehende Sonne im Morgendunst, die waldige Landschaft und die vereinzelten Gazellen und Antilopen verursacht wurde, war fantastisch! Über den Tag hinweg sahen wir viele verschiedene Antilopen, Warzenschweine, Wasserbüffel, Strauße, Affen, Giraffen und ganz viele Elefanten. Nirgendwo auf der Welt ist die Dichte an Elefanten so hoch, wie im Tarangire Nationalpark.

Am Abend sind wir aus dem Tarangire herausgefahren und noch weiter nach Westen zur Ngorongoro Conservation Area. Hierbei handelt es sich nicht um einen Nationalpark, wie der Name schon sagt, sondern um eine Art Reservat. Die einzigen Menschen, die in diesem Reservat leben dürfen, sind die Maasai, das wohl bekannteste afrikanische Ureinwohner-Volk, welches in Kenia und Tansania verbreitet ist. In der Ngorongoro Conservation Area befindet sich der Ngorongoro Krater, der von vielen auch als das „achte Weltwunder“ bezeichnet wird. Dabei handelt es sich um einen natürlichen Krater, den ungefähr 25.000 Wildtiere ihr zuhause nennen dürfen.

Der Krater hat auch eine dementsprechende Größe.. Auf dem Rand des Kraters haben wir an diesem Abend in einer Lodge übernachtet. Hier hatte ich dann auch die erste warme Dusche mit genügend Wasserdruck, seit ich in Tansania wohne, was zu der Zeit immerhin schon knappe 7 Monate waren.

Am nächsten Morgen sind wir wieder früh los und haben uns auf den Weg in den Krater hinein begeben. Der Unterschied zum Tarangire Park könnte kaum größer sein. Am Vortag wusste man nie, was hinter dem nächsten Baum kommt und man konnte oft kaum weiter als 100 Meter weit blicken. Hier konnte man aber von fast überall der Kraterwände sehen und hatte immer freie Sicht auf nahezu jeden Fleck des Kraters. So war es auch mit den Tieren. Überall wo man hinblickte, konnte man Tiere sehen. Gnus, Zebras und Gazellen hatte man fast immer im Blick. Hin und wieder kamen noch Warzenschweine, Kronenkraniche und Hyänen dazu. Recht früh am Morgen hatten wir dann schon viel Glück. Auf einer kleinen Anhöhe in weiter Entfernung sahen wir ein Nashorn. Glück, weil von den Spitzmaul-Nashörnern gerade mal noch 2000 am Leben sind. Jahrzehnte lang waren sie, wegen ihres begehrten Horns, ein beliebtes Ziel von Wilderern.

Gegen Mittag haben wir dann auch noch die erste Raubkatze unserer Safari gesehen, eine Löwin. Später kam dann auch noch ein ganzes Rudel zu unserer Liste dazu.

Obwohl es im Krater auch Leoparden gibt, haben wir leider keine gesehen und sind gegen Nachmittag wieder aus dem Krater herausgefahren um zur Serengeti, unserem letzten Stopp, zu gelangen.

Die Serengeti ist der wahrscheinlich bekannteste Nationalpark in Afrika, der mit seinen unendlichen Weiten und riesigen Tierherden beeindruckt. Inspiriert von der Schönheit dieses Parks gestaltete beispielsweise auch „Disney“ die Welt für seinen bekanntesten Film „König der Löwen“.

Hier verbrachten wir gleich drei Nächte, da man den ganzen Park unmöglich in einem oder zwei Tagen sehen kann. Natürlich hat man auch nach 3-4 Tagen nicht jeden Winkel der Serengeti gesehen, aber man hat ein gutes Gesamtbild vom Park. Übernachtet haben wir im „Kati Kati Camp“ („kati kati“ zu Deutsch: Mitte), welches mitten in der Serengeti liegt. Hier waren, neben mehreren Zelten für Besucher, auch ein Essenszelt und eine Feuerstelle aufgebaut. Entgegen der Vorstellung von wahrscheinlich vielen von euch, handelte es sich nicht etwa um übliche 2-4 Personen Zelte, in die man sich mit Isomatten hineinlegen muss. Es waren riesige Zelte, in die man theoretisch 50 Leute auf Isomatten hineinbekommen hätte. Anstatt Isomatten und Schlafsack, gab es ein eigenes Bett für jeden, Toilette und Dusche befanden sich im Zelt und sogar ein kleines Waschbecken war aufgebaut. Auch das Essen, welches jeden Morgen und jeden Abend serviert wurde, hatte wenig vom klassischen Campen. So komisch es auf einen vielleicht auch gewirkt hat, das „Luxuscampen“ war eine witzige Erfahrung.

Die Serengeti war das absolute Highlight unserer Safari. Natürlich haben wir wieder die üblichen Verdächtigen, wie Elefanten, Giraffen, Zebras, Antilopen usw. gesehen, aber der Hauptgrund, wieso die Serengeti so viel Spaß gemacht hat, waren die Raubkatzen. Die endlosen Graslandschaften machen den Park zu einem optimalen Platz für vor allem Geparden und Löwen, die Abschnitte, in denen Bäume stehen sind für die kletterbegabten Leoparden wie geschaffen.

An unserem ersten Tag in der Serengeti sind wir in einen Bereich gefahren, indem viele große Steinanhäufungen zu finden sind. Erfahrungsgemäß finden sich in diesem Teil des Parks des Öfteren Löwen und Geparden. Diese sahen wir leider nicht, dafür schrie meine kleine Schwester Eva plötzlich laut auch und zeigte auf einen Baum, circa 20 Meter von der Erdstraße entfernt, auf der wir unterwegs waren. In diesem Baum saß, wahnsinnig gut getarnt, ein Leopard und überblickte die Savanne. Unser Fahrer Christopher fuhr nach Evas Sichtung näher an den Baum heran, sodass wir letztendlich maximal 3-4 Meter vom Leopard entfernt am Baum Halt machten.

Der Leopard war das letzte Tier was uns auf unserer „Big Five“-Liste noch gefehlt hat. Die „Big Five“ sind die Tiere Afrikas, die laut Definition, am schwierigsten zu jagen sind, sprich die fünf gefährlichsten Tiere Afrikas. Zu den „Big Five“ gehört der Elefant, das Nashorn, der Wasserbüffel, der Löwe und eben der Leopard. Nachdem wir den Leopard eine Weile bestaunt hatten und mein Vater und ich schätzungsweise je 2000 Fotos gemacht haben, stand die Katze plötzlich auf und ging den Ast entlang, auf dem sie saß. Der Leopard kletterte vor unseren Augen den Ast hinunter, was sehr beeindruckend aussah.

Wenig später war er auch schon im hohen Gras verschwunden und man konnte nichts mehr von ihm erkennen. Am selben Tag sahen wir noch zwei weitere Leoparden in Bäumen am Wegrand sitzen, beide waren aber viel weiter von uns entfernt. Außerdem kamen wir noch an einem Löwenrudel vorbei, welches wohl grade gefressen hatte. Aus diesem Grund, so Gili, saßen die Löwen auch auf den Bäumen, ein für Löwen sehr untypisches Verhalten. Sie taten das, um ein wenig von den vielen Fliegen wegzukommen, die den Löwen noch die letzten Blut und Fleischreste vom Körper fraßen. Offenbar kommen die Fliegen nicht so gerne auf die Bäume.. Dadurch bot sich uns auch eine spannende Szene: Eine Löwin kletterte an einem Baum hoch, der vielleicht zehn Meter von uns entfernt war. Anders als beim eleganten Leoparden, war es bei der Löwin rohe Gewalt, die sie einsetzte, um sich an dem Baum heraufzuziehen.

Über die nächsten Tage hinweg konnten wir dann noch weitere Löwen sehen und auch einige Geparden. Ein Gepard hatte gerade sogar frische Beute – eine Thompson Gazelle. Während er Stück für Stück die Gazelle in sich schlang, bildete sich in seinem Rücken eine große Gruppe von Aasgeiern, die gierig darauf warteten, dass der Gepard endlich fertig war. Nach circa zwanzig Minuten gab der Gepard seine Beute dann endlich frei. Er hatte inzwischen einen riesigen Bauch und war sichtlich angestrengt vom Essen. Während er ruhig wegging, stürzten sich die Geier auf die Überbleibsel der Gazelle und rupften sie endgültig in Stücke. Fünf Minuten später kam dann aber auch schon zufälligerweise eine Hyäne vorbei und die Geier mussten wieder Platz machen.

Am letzten Tag haben wir dann morgens noch das lang ersehnte Löwenmännchen gesehen, das bis jetzt noch auf sich warten ließ. Als wären ab da die Fluttore geöffnet, sahen wir noch einige weitere Männchen. Zwischendurch lieben wir mit unserem Auto noch in einem Matschloch stecken, aus dem wir uns gemeinsam aber wieder befreien konnten..

Weitere Bilder aus der Serengeti:

Auf dem Heimweg übernachteten wir noch einen Tag in Mto wa Mbu, einer Stadt zwischen Dem Serengeti Park und zuhause. Mein Traum von einer Safari war erfüllt und es war wahnsinnig beeindruckend und hat mir sehr viel Spaß gemacht. Was mir im Herzen ein wenig wehtut ist, dass wir keine Jagd gesehen haben. Das ist sehr viel verlangt und auch wahnsinnig unwahrscheinlich, aber ich hab es mir trotzdem sehr gewünscht..

Die letzte Woche des Aufenthaltes meiner Familie verbrachten wir in den Usambara Mountains. Die größte Stadt dieser Berge heißt „Lushoto“, ehemals „Wilhelmstal“. Die Stadt wurde von deutschen Kolonialisten gebaut, was immer noch an mehreren gemauerten Häusern und der Kirche der Stadt zu erkennen ist. Die Berge haben etwas malerisches und erinnern einen fast an die heimischen Alpen. Wären da nicht die roten Erdwege, die Wellblechhütten, sowie die afrikanischen Menschen um einen herum.. In den Bergen gingen wir auf viele Wanderungen und hatten viele schöne Ausblicke.

Von Lushoto aus, machten wir uns nach zwei-drei Tagen wieder auf den Weg und fuhren weiter in die Berge rein. Wir kamen an viele Ortschaften vorbei, an denen sonst wahrscheinlich nie Weiße vorbei kommen, denn von allen Seiten schrien und die Kinder freudige „Wazuuuuuungu“-Rufe hinterher. In meinem ersten richtigen Blogeintrag erwähnte ich schon, was das bedeutet, ihr könnt ja gerne nochmal nachschauen.. 😉 Auf der Westseite der Usambara Berge hatten wir den letzten Stopp unserer Reise. Von unserer Unterkunft hatten wir einen beeindruckenden Blick nach unten ins Tal und auf die Paremountains, das Nachbargebirge. Hier hielten wir uns zwei Tage auf.

Am Abreisetag, wanderten wir in besagtes Tal hinab. Das Bergablaufen war sehr viel anstrengender als gedacht. Endlich unten angekommen wurden wir von Gili eingesammelt und fuhren auf direktem Wege zurück nach Uuwo. Das war auch das Ende des Besuchs meiner Familie.

Im nächsten Blogeintrag könnt ihr dann von meinen Erlebnissen mit meinem nächsten Besucher Niklas lesen. Danach werde ich ein paar kleinere Einträge über meine verschiedenen Arbeitsplätze schreiben, das habe ich bis jetzt ja kaum gemacht.

Wo ihr jetzt so viel über den Urlaub anderer gelesen habt, wünsche ich euch einen schönen Sommer, indem ihr hoffentlich auch viel erleben werdet!

Liebe Grüße vom Kilimandscharo! Tino

Tansanischer Dorf-Fußball

Vor meinem Jahr habe ich mir, wie wahrscheinlich viele von euch wissen, vorgenommen das bestehende Fußballprojekt an der Kiumako weiterzuführen, bzw. zu erweitern. Die Freiwilligen der letzten Generation haben dieses Projekt gestartet und eine Mädchenmannschaft aufgebaut. Damit haben sie schon eine große Hürde überwunden, da es hier nicht grade einfach ist, Dinge aus dem Nichts heraus aufzubauen. Außerdem haben sie in einem Land, welches Ländern wie bspw. Deutschland in puncto Emanzipation noch ein wenig hinterher ist, ein kleines Zeichen gesetzt. Das gerade die Mädchen von diesem Projekt profitiert haben und die Jungs nur zuschauen durften, hat sich in näherer Umgebung der Schule bestimmt rumgesprochen und vielleicht auch einige verwundert. Aber das war vor meiner Zeit, weshalb ich darüber auch nur mutmaßen kann. Nichts desto trotz wollte ich in diesem Jahr auch die Jungs zufrieden stellen.

Meine Ziele vor Abflug:

-Mädchenteam weiterführen und Jungenteam aufbauen.

-Mit beiden Teams regelmäßig Training machen

– So schnell wie möglich mit beiden Teams zu Spielen fahren

Vielleicht haben sich einige von euch schon gefragt: ‚Er hat so oft von diesem Fußballprojekt gesprochen, jetzt ist er fast seit einem halben Jahr dort und hat immer noch nichts davon berichtet?‘ Ja, das habe ich tatsächlich noch nicht, aber wer sich meine Artikel durchließt wird gemerkt haben, dass ich bis jetzt kaum über irgendeins meine Projekte geschrieben habe. Deshalb ist es jetzt mal an der Zeit, dies zu tun.

Das besagte Fußballprojekt ist tatsächlich mein „Lieblingsprojekt“, wenn man es so nennen kann. Jeden Montag ist von 15 bis ca. 16 Uhr Jungentraining mit der Form 1 und 2 (ca. 14-16 Jahre) und jeden Freitag um dieselbe Zeit Mädchentraining mit der Form 4 (ca. 17-19 Jahre). Diese Zeiten standen aber nicht von Anfang an. Es hat anfangs eine Weile gedauert, bis die Lehrer und Schüler diese Zeiten im Kopf hatten und so wurde unser Training immer munter auf dem Stundenplan herum geschoben. Inzwischen wissen die meisten jedoch, wann sie wo zu sein haben.

Die ersten paar Einheiten verließen Jan und ich (wir leiten zusammen das Training/Projekt) mit einem leichten Kopfschütteln. Nicht, weil wir mit top eingespielten Mannschaften gerechnet haben, sondern weil wir direkt mit einem grundlegenden Problem des tansanischen Fußballs konfrontiert wurden. Der Ball wird eigentlich von einem Strafraum zum andern gebolzt (für Menschen die noch nie in der Kreisliga gekickt haben: „gebolzt“ = ‚ohne großen Hintergedanken den Ball in eine beliebige Richtung schießen‘). Hier ging der Ball dann meistens ins Aus, wodurch sich das Ganze dann wiederholt. Anstatt eines klugen Passes setzt man auch lieber zu einem fragwürdigen Dribbling an, oder schießt einfach aus allen Lagen aufs Tor. Das ständige Schießen kommt auch daher, dass die Schüler außerhalb des Spiels/Trainings den Ball liebend gerne einfach so in den Himmel schießen. So mussten wir mit den Schülern erst einmal mit simplen Ballannahmen und Passübungen die Grundlagen des Fußballs näher legen. Bei den Mädchen hat dies, aufgrund unserer Vorfreiwilligen, noch ein wenig besser hingehauen, die Jungs haben aber schnell nachgezogen und bekamen es dann recht schnell auch hin.

Trotzdem befanden Jan und ich uns auf einem langen Weg.. Dass die Spieler(innen) die Passübungen meistern, heißt nämlich nicht gleich, dass sie ihr Wissen auch im Spiel anwenden können. Hier hatte ich selber zum ersten Mal die Sicht des Trainers, anstatt die des Spielers.

Aber nach und nach entwickelten sich vor allem die Jungs erheblich weiter. Wenn man ihr Spielverhalten von Mitte September mit heute vergleicht, sieht man, dass wir schon einen riesigen Fortschritt erzielt haben. Es klingt zwar nach nicht viel, aber inzwischen kommen richtige Spielzüge zustande, wovon wir am Anfang nur hätten träumen können.

Von meinen Zielen am Anfang der Jahres konnten wir aber leider nur zwei verwirklichen. Mit beiden Mannschaften hatten wir regelmäßig Training, aber wir Spiele hatten wir lange keine. Man muss dazu sagen, dass es schwer ist Spiele zu organisieren, da es hier keine Jugendliga oder dergleichen gibt. Somit war klar, dass es gar nicht möglich ist, regelmäßige Spiele zu haben. Trotzdem haben wir uns ein bisschen hängen lassen und uns nicht mit vollem Willen drum gekümmert.

Mitte Januar war es dann aber soweit. Unser erstes Spiel mit der Jungenmannschaft! Wir haben alle Spieler und einige Zuschauer in den Schulbus gestopft und haben uns auf den Weg nach Kileo gemacht. Das liegt ein bisschen weiter als eine Stunde entfernt. Mitten im tansanischen Buschland lag dann die „Kileo Testimony Primary school“. Ja, wir haben mit unserer Secondary school gegen eine Grundschule gespielt… Wir sind, aufgrund vorheriger Absprache mit dem Trainer unserer Gegner, auch eigentlich von etwas anderem ausgegangen, aber nun ja, das lässt sich dann auch aufs Adjektiv „tansanisch“ schieben. Obwohl die gegnerischen Spieler jünger als unsere Schützlinge waren, haben Jan und ich schon beim Einlaufen gesehen, dass wir wahrscheinlich ne Klatsche bekommen. Unsere Schüler hatten aber auch noch gar keine Erfahrung, was richtige Spiele angeht. Wir zogen noch das obligatorische Kreisliga-Training vorm Spiel auf und schickten dann 9 unserer Jungs aufs Feld. Natürlich gaben wir ihnen vorher noch die Aufstellung vor. Eine Minute nach Anpfiff stand dann unser Stürmer in der Innerverteidigung und unsere Außenverteidiger spielten vorderste Spitze. Auch sonst hielt sich niemand an die Aufstellung, da hätten wir noch so viel schreien und rufen können.. Die ersten zehn Minuten unserer Mannschaft waren katastrophal. Danach ordneten sie sich einigermaßen und die Anfangsaufregung war wahrscheinlich ein wenig verflogen. Am Ende des Spiels gingen, angesichts der 0:5 Niederlage, 9 enttäuschte Spieler vom Feld. Trotz der Niederlage war es für uns und die Schüler ein wahnsinnig erfolgreicher Tag. Die Möglichkeit, mit dem Bus auch nur irgendwo hinzufahren ist für die Schüler eine riesen Sache und dann auch noch ein richtiges Spiel zu haben ist das Größte. Letzteres war auch für mich ein riesen Erfolg. Zumindest teilweise konnte ich so mein letztes Ziel noch verwirklichen.

Drei Tage später bin ich dann mit Eimern Waschpulver und den dreckigen Trikots zur Schule gelaufen und zusammen haben die Schüler dann die Trikots gewaschen.

In den nächsten Wochen werden wir dann mit den Mädchen noch einmal zur Testimony School in Kileo fahren und uns mit deren Mädchen-Team messen.. Einen Sieg werden wir vorrausichtlich nicht erringen können, aber darum geht es im Moment auch noch nicht.

Diesen Artikel möchte ich auch noch als kleinen Anreiz verwenden. Hier wären Trainingsmaterialien , die in Deutschland vorrausichtlich aussortiert werden würden, gut aufgehoben. Dazu gehören Trikotsätze (keine einzelnen Trikots), Leibchen, Trainingshütchen usw. . Vor allem fehlt es aber an Fußballschuhen. Hier kann man auf lokalen Märkten zwar Fußballschuhe kaufen, diesen mangelt es allerdings an der nötigen Qualität.

Wer also noch das ein oder andere Paar alter Fußballschuhe im Schrank stehen hat und sich denkt, dass dieses vielleicht anderswo besser aufgehoben wäre, kann sich gerne mit mir via WhatsApp etc. in Verbindung setzen. Hier würde jedes noch so kaputte und abgetragene Paar Fußballschuhe vernünftig eingesetzt werden!

Das gilt auch für die anderen Materialen (Trikotsätze, Hütchen etc..), ich denke aber nicht, dass so viele von euch diese Dinge im Keller stehen haben 😉

Das wars mal wieder von meiner Seite, ich würde mich freuen, wenn mir ein paar von euch schreiben würden 🙂

Liebe Grüße aus Uuwo!

Tino

Urlaubsgeschichten..

So, es ist mal wieder an der Zeit.. Diesmal habe ich euch sehr lange warten lassen, sorry dafür.

Bis Anfang Dezember, dem Anfang der Sommerferien in Tansania, liefen noch unsere Projekte, dann fingen allerdings für uns und die Schüler die Ferien an. Für diese Zeit haben wir schon Wochen vorher unseren Urlaubsplan geschmiedet. Wir wollten erst für vier Tage an den Lake Natron und von dort aus durch die Serengeti nach Mwanza. Von hier wollten wir zwei Inseln im Lake Victoria besuchen und uns die Stadt anschauen. Leider konnten wir diesen Plan nicht ganz umsetzen, da es zu Problemen bei der Beschaffung unserer Aufenthaltsgenehmigung gekommen ist. Kurz: Wir mussten später los und konnten somit nicht zum Lake Natron, sondern nur nach Mwanza zum Lake Victoria.

Aber immer der Reihe nach.. Da wir erst später los konnten, haben wir mit unserer Mutter Pracseda noch einen Trip vor unserem eigentlichen Urlaub gemacht. Zuerst sind wir, in einem Safarijeep, zu den Heißen Quellen „Maji Moto“ („Wasser heiß“) gefahren. Dieser Ort kommt so ziemlich der Klischeevorstellung eines „Paradieses“ nach. Die Quellen befinden sich in einer Mangrovenoase mitten in der Wüste. Zwischen den Bäumen befindet sich ein großes Becken aus glasklarem, warmen Wasser, auf dessen Oberfläche sich die vielen Farben der Umgebung spiegeln. Von manchen Bäumen, die das Becken umranden, kann man aus beachtlichen Höhen in das Becken springen und zusätzlich ist an einem Baum noch eine lianenartige Schaukel angebracht, mit der man sich erst über den Großteil des Beckens schwingen und dann ins Wasser springen kann. Hier verbrachten wir viel mehr Zeit, als eigentlich eingeplant war, aber uns allen hat es hier so gut gefallen, dass wir gar nicht mehr wegwollten..

Irgendwann machten wir uns dann aber doch auf den Weg. Unser nächstes Ziel war die „Simba Lodge“, wo wir die Nacht in Zelten verbrachten. Ein Highlight hatte der Tag allerdings noch.. Wie schon erwähnt waren wir in einem Safarijeep unterwegs. Wer so ein Auto schon einmal gesehen hat, weiß, dass das ziemlich große und schwere Karren mit ordentlich Power sind. Jan, Sabrina, Jano und ich wollten auf jeden Fall auch einmal am Steuer sitzen. So machten wir vier und Eli (unserem Guide) uns noch einmal mit dem Jeep auf den Weg und jeder von uns durfte einmal durch die Savanne vor unserer Lodge fahren. Klingt erst einmal nach nichts Besonderem, aber bei Sonnenuntergang durch das Dornengestrüpp zu fahren, hat schon echt Spaß gemacht, zumal wir ja alle seit geraumer Zeit gar nicht mehr am Steuer saßen.

Früh morgens standen Jan, Eva und ich auf, weil wir den Sonnenaufgang beobachten wollten. Außerdem sind die Tiere morgens sehr aktiv, weshalb wir uns erhofften, dabei noch ein paar von ihnen zu sehen. Schon als wir aus dem Eingang gingen standen in circa 200 Meter Entfernung 3 Zebras auf einer Wiese und grasten. Denen sind wir einige Zeit lang hinterhergegangen, bis dann die Sonne aufging. Das war leider viel unspektakulärer als gedacht, aber wir hatte dank einer witzigen Fotosession trotzdem noch unseren Spaß..

Den restlichen Tag erkundeten wir noch weiter das Gebiet um die Lodge herum, sowie einen Wasserfall.

Am nächsten Tag machten wir uns erneut mit dem Jeep auf den Weg. Wir wollten zu einem Reservat, durch das man nur mit dem Auto fahren darf. Wir erhofften uns den Blick auf weitere Tiere, aber hauptsächlich wollten wir Elefanten sehen. Die hatten wir nämlich noch nicht auf unserer Liste der gesehenen Tiere. Mit offenem Safariverdeck (Dach des Autos lässt sich hochklappen – im Stehen hat man einen 360 Grad Blick) fuhren wir also durch die Savanne und konnten schon einige Antilopen und Giraffen sehen. Als wir auf einem kleinen Berg mitten in der Savanne Halt machten und aus dem Auto stiegen, rief Pracseda plötzlich: „Tembo, pale!“ – „Elefant, dort!“. Und tatsächlich standen in einiger Entfernung zwei Elefanten im Busch. Es war schon erstaunlich wie gut solche riesigen Tiere getarnt sind, wir brauchten einige Zeit bis wir sie entdeckt hatten, obwohl unsere Gastmutter die ganze Zeit auf sie zeigte und uns beschreib wo sie genau seinen. Nachdem wir eine Weile unsere Entdeckung und den Rest unserer Umgebung beobachtet hatten stiegen wir wieder ins Auto und fuhren recht nah an die Elefanten heran. Am Ende waren wir ungefähr 30 Meter von ihm entfernt. Direkt nach unserer Safari fuhren wir wieder nach Hause.

Ein paar Tage später sollte dann tatsächlich auch unser verspäteter Urlaub nach Mwanza losgehen. Ich weiß nicht mehr genau an welchem Tag, aber irgendwann standen wir früh morgens in Moshi am Busbahnhof und stiegen in den Bus, der für die nächsten 13 Stunden unser einziger Aufenthaltsort sein würde. Es handelte sich um einen Reisebus, der in Deutschland nie im Leben durch den TÜV kommen würde, hier aber die luxuriöseste Art zu reisen ist. Die Busfahrer dieser Busse fahren hier, entschuldigt diesen Ausdruck – er kommt von meinen Eltern, wie gesenkte Säue. Da sie das größte Fahrzeug auf der Straße haben, überholen sie alles und jeden, egal wann und wie, egal ob einem grade jemand entgegen kommt oder nicht. Die Aufgabe aller anderen Straßenteilnehmer ist, Platz zu machen. Eigentlich ganz einfach..

Das Leben in tansanischen Großstädten ist recht billig. Wir haben für 10000 TSH (4€) pro Nacht in einem Hotel geschlafen und ein einfaches Essen (bspw.: Chipsi Mayai = Pommes werden in der Pfanne mit zwei Rühreiern übergossen; sieht aus wie ein Pommes-Ei-Kuchen. Oder: Reis mit Bohnen) kostet zwischen 1500 und 2500 TSH (60ct-1€).

In den drei Tagen, die wir in Mwanza verbrachten, hatten wir unterschiedliche Dinge vor. Wir besuchten ein Museum, was aber viel zu teuer war und auch eigentlich nicht so spannend, gingen auf verschiedene Märkte und waren bei dem Bismarck-Rock. Irgendetwas hat dieser Stein mit der Kolonialzeit der Deutschen zu tun, soviel sagt mir der Name, aber was genau weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass man dort sehr schön sitzen konnte und einen tollen Blick auf den Victoriasee hatte.

So billig das normale Leben auch sein mag, so teuer ist es hier, wenn man feiern gehen will.. Das bemerkten wir schon in Moshi, hier fiel es uns aber auch wieder auf. Wir hatten uns in den paar Tagen schon öfters mit Lena und Linus, zwei Freiwilligen, die auch von unserer Organisation kommen, getroffen. Schon am Abend unseres ersten vollen Tages waren Eva, Jan und ich mit den beiden abends unterwegs. Erst haben wir uns auf einen Balkon unseres Hotels gesetzt und etwas getrunken. Als der Abend schon ein bisschen länger war haben Jan und ich unsere Idee kundgetan..

Kurze Vorgeschichte: Recht schnell hatten wir beide bemerkt, dass der Boden unseres Zimmers und der im Flur sehr, sehr rutschig ist, wenn man mit nassen Füßen darüber geht. Da haben wir schon überlegt, ob man nicht eine Rutschbahn im Flur eröffnen könnte..

Es schien uns also der perfekte Zeitpunkt zu sein, um unseren Plan in die Wirklichkeit umzusetzen. Erst wrangen wir ein nasses T-shirt über dem Flur aus, bis der ganze Boden nass war. Dann gingen wir mit Seife und „Schauma“-Shampoo hinterher, bis der Boden spiegelglatt war. Fertig war die Rutschbahn.. Mehrmals rutschten wir den Flur auf und ab, es wurde einfach nicht langweilig. Als wir dann noch mehr Shampoo auf dem Boden verteilten, passierte etwas, was mir immer in Erinnerung bleiben wird. Diese Geschichte werde ich selbst meinen Enkeln noch erzählen.. Ich rutschte als erster über den neu präparierten Boden und merkte schon, wie viel glatter er nochmal geworden ist. Als nächster nahm Jan Anlauf.. Er fing schon sehr früh zu rutschen an, hatte auch kein sonderlich hohes Tempo. Aber trotzdem hörte er einfach nicht auf zu rutschen.. Er rutschte weiter und weiter und.. KLLIIRR… genau ins Flurfenster des dritten Stockes unseres Hotels. Die Scheibe zersprang durch seinen Aufprall sofort in tausend Stücke. Wir konnten nicht mehr vor Lachen.. Es war einer der witzigsten Momente, an die ich mich erinnere. Und das Beste: Linus hatte das Ganze mit seinem Handy gefilmt. Wundert euch also nicht, wenn ihr das Video demnächst bei Failarmy seht. 😀

Der Rest des Abends ist nicht ganz so erwähnenswert, aber dieser Moment ließe sich ohnehin nicht toppen..

Nach unserem Aufenthalt in Mwanza fuhren wir mit einer Fähre nach Ukurewe Island. Das ist eine Insel im Lake Victoria, die auch besiedelt ist und sehr schön sein soll. Als man über den See fuhr erkannte man, wie riesig dieser überhaupt ist. Man könnte auch gut denken, man würde grade auf einem Meer herumfahren. Und wir sind auf einem wahnsinnig kleinen Teil des Sees gewesen.

Auf Ukurewe Island mieteten wir uns über Hotel Fahrräder und fuhren einfach mal so los. Wir lernten Yohanna kennen, einen Schulleiter, der uns sofort seine Schule zeigte. Er führte uns auch über die Felder direkt neben der Schule. Hier lernten wir einen Bauern kennen, der super glücklich war uns seine Arbeit zu zeigen. Ich fand es sehr interessant einen Einblick in sein Leben und das seiner Familie zu bekommen. Yohanna fuhr auch noch den restlichen Tag mit uns über die Insel.

Am Folgetag hatten wir über unser Hotel 4 PikiPikis organisiert bekommen. Ein PikiPiki/BudaBuda ist die landesübliche Bezeichnung für ein Motorradtaxi. Diesmal wollten wir allerdings selber fahren und nicht nur hinten drauf sitzen. Nach einer kurzen Einweisung von Jano (er wusste in der Theorie wie man fährt) saßen er selbst, Sabrina, Jan und ich im Sattel und probierten es dann in der Praxis. Ich hatte recht wenig Probleme und bin nach kurzer Zeit schon auf meiner ersten Probefahrt gewesen. Nach einer Eingewöhnungszeit von circa 15 Minuten sind wir in einer Karawane losgefahren. Tjorven bei Jano hinten drauf, Lara bei Jan, ein Besitzer der Motoräder/ unser Guide bei Sabrina und Eva bei mir. Mir hat es wahnsinnigen Spaß gemacht! Wir waren bei einem Aussichtspunkt und einem der wenigen Badestrände im Lake Victoria. Wir sind alle unversehrt zu Hause angekommen, was bei unserer nicht vorhandenen Vorerfahrung eigentlich ein Wunder ist..

Am Abend waren wir noch bei Yohanna zum Abendessen eingeladen. Es hat ihm so viel bedeutet das wir gekommen sind.. Mit seiner Familie und Freunden zusammen hat er super viel Essen gekocht, das kleine Waldstück vor seinem Haus war komplett mit Kerzen ausgestattet und er war sehr nervös. Über unsere ganze Zeit in Ukurewe hinweg hat er uns so eine große Gastfreundschaft entgegengebracht..

Am nächsten Tag haben wir mit ihm noch eine Fahrradtour zu einem anderen Badestrand gemacht. Darüber gibt es nicht allzu viel zu berichten, außer dass Jan und ich uns dazu entschlossen haben Fahrräder für zu Hause zu kaufen.

Am nächsten Tag sind wir wieder mit der Fähre nach Mwanza gefahren und haben einen Abend am Bismarck-Rock mit Säften und Pizza verbracht.

Das nächste Event war unsere Reise nach Rubondo Island. Das ist eine Insel, die zusätzlich komplett ein Nationalpark ist. Wir mussten wieder 6 Stunden in einen Bus, dann noch 5 Minuten mit dem PikiPiki zu einem Anleger fahren und schließlich ein Boot chartern. Rubondo Island war ein teurer Spaß.. Da es sich eben um einen Nationalpark handelt, kommen fast ausschließlich Touristen, weshalb die Preise für alles hier sehr hoch sind. Wir konnten aber schon auf dem Weg zum Hotel Elefanten und andere Tiere sehen. Nach am selben Tag sind Sabrina, Lara, Jan und ich nochmal in den Safariwagen gestiegen, der uns zum Hotel gebracht hat, und haben einen Abstecher in den südlichen Teil von Rubondo gemacht. Hier konnten wir noch mehr Tiere und auch Giraffen sehen.

Am nächsten Morgen hat Jan die Tür unseres kleinen Häuschen aufgemacht und 5 Meter von uns entfernt sind zwei Hippos seelenruhig über den Weg spaziert. Wir haben uns mächtig erschrocken, Flusspferde sind nämlich eigentlich sehr, sehr gefährliche Tiere für den Menschen. Getan haben sie uns aber nichts. An diesem Tag haben wir noch eine „Walking Safari“ gemacht. Mit zwei Guides sind wir über die Insel gelaufen uns haben noch weitere Elefanten gesehen. Eine neue Art hatten wir zum Abschluss noch: Ein Krokodil lag am Ufer des Sees.

Eine Sache ist mir aufgefallen, die ich ein wenig schade finde. Als wir das erste Mal Zebras, Giraffen, Gazellen usw. gesehen hatten, kamen wir aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Es waren sehr besondere und auch magische Momente für mich. Mit jeder Giraffe, mit jedem Zebra und mit jeder Gazelle mehr, die wir gesehen haben, ist ein Stück dieser Magie verschwunden. Inzwischen ist man eben nicht mehr so aufgeregt, wenn man die Tiere sieht, die man schon gesehen hat. Es verlangt einem immer nach neuen Dingen, Tiere die man noch nicht gesehen hat, oder Tiere die irgendetwas Besonderes haben. Und das ist schade, weil selbst die kleinste Gazelle in den ersten Momenten etwas ganz Besonderes war.

Von Rubondo sind wir wieder mit dem Boot zurück zum Festland, wieder auf die PikiPikis und letztendlich wieder in den Bus. Zum dritten Mal in Mwanza, zum dritten Mal im selben Hotel. Als wir ankamen, musste die Frau am Tresen des Hotels schon lachen. Am letzten Tag in Mwanza haben wir erst einmal ausgeschlafen und waren dann noch im Kino.

Am Tag der Abreise mussten wir wieder sehr früh aufstehen, da die Busse nicht auf einen warten, selbst mit bezahltem Ticket. Diesmal war der Bus noch einmal ein wenig unkomfortabler als bei unserer Anreise. Neben mir saß eine nette tansanische Mutter mit ihrem 1-2 Jahre altem Kind. Die kleine war auch eigentlich ganz süß, aber nur wenn sie nicht grade wie am Spieß gebrüllt hat. Von unseren 18-stündigen Fahrt (ja, 18 Stunden!…) hat sie ungelogen mindestens 6 Stunden geschrien. Und das ist wirklich nicht übertrieben.. Um 23 Uhr sind wir dann in Mwika angekommen und waren alle super glücklich wieder zu Hause zu sein.

Meine beiden Highlights des Urlaubs waren auf jeden Fall die Fenstergeschichte und das PikiPiki fahren.

Eine Sache die auch noch gesagt werden muss: Ich weiß, für alle die meinen Blog lesen, Fotos bekommen oder anderweitig auf dem Laufenden gehalten werden, mag es so aussehen als hätte ich immer Urlaub und sei nur am Reisen. Das liegt einfach daran, dass man von den vielen Reisen einfach mehr und vor allem spannendere Dinge berichten kann. Das heißt aber nicht, dass ich hier nicht arbeiten würde.

Wo ich schon vom Reisen rede fällt mir noch etwas ein. (Keine Angst ihr habt es bald geschafft, viel mehr schreib ich nicht mehr 😀 ) Ich finde es eine komische Vorstellung, dass ich in den knapp 4 Monaten, in denen ich hier bin, schon viel, viel mehr von Tansania gesehen habe, als die allermeisten Einwohner Tansanias. Viele aus meinem Dorf haben wahrscheinlich noch nicht einmal das Nachbardorf gesehen, während wir hier munter unsere Kreise ziehen, zum Victoriasee fahren, um den Kili reisen, Tiere beobachten usw.. All diese Dinge haben sich gelohnt und ich bin froh sie gemacht zu haben, trotzdem habe ich immer im Kopf, wir privilegiert das für den tansanischen Standard ist.

So, jetzt ist aber genug, eigentlich wollte ich den Eintrag dieses Mal kürzer halten. 1299 Wörter länger als der längste bisher…

Frohes Neues und einen guten Start ins neue Jahr!

Tino

300 Kilometer später…

Wie schon im vorherigen Eintrag erwähnt, hatte unser Gastvater Gili eine Tour mit uns und den Schulleitern um den Kilimandscharo geplant. Wer sich noch an diesen Eintrag erinnert, weiß vielleicht, dass dieser Trip kurzfristig abgesagt wurde und aufs nächste Wochenende verschoben wurde. Entgegen unserer Erwartung, aber zu unserer großen Freude, fand dieser Trip tatsächlich statt. So sind wir am Samstagmorgen zum Lake Chala losgefahren, die erste Etappe unserer Tour. Das ist der See in der natürlichen Landschüssel, von dem ich schon geschrieben habe. Diesmal haben wir uns ein paar Kajaks geliehen und konnten so auf dem See paddeln. Eine weitere Besonderheit dieses Sees, die ich bis jetzt noch nicht erwähnt habe, ist, dass er zur Hälfte in Tansania und zur anderen Hälfte in Kenia liegt. Da sich diese Möglichkeit für uns wahrscheinlich nur noch selten ergeben wird, haben Jan und ich beschlossen, trotz fehlender Einreisegenehmigung, nach Kenia zu paddeln. Obwohl es uns einiges an Kraft gekostet hat, wir nur fünf Minuten da waren und die Landschaft nicht anders aussah, hat es sich doch gelohnt, denn jetzt können wir sagen.. Wir waren in Kenia!! 😀 Planmäßig wollten wir vom Lake Chala direkt in ein Massai-Dorf fahren, wo wir nächtigen sollten. Da wir aber schon so lange am See waren, haben wir schon früher einen Stopp eingelegt und zwar in der Rongai. Hier haben wir dann in der ‚Snow Cap Lodge‘ übernachtet. Diese hatte einen typischen Ferienhauslook und hatte eigentlich auch nichts Tansanisches mehr an sich.. Einen schönen und gemütlichen Aufenthalt hatten wir aber trotzdem. 🙂

Mit Mama Pracseda

Am nächsten Morgen haben wir eine kleine Wanderung durch einen natürlichen Wald in der Rongai gemacht. Ich sage extra natürlich, da dort auch reihenweiße Nadelbäume angepflanzt und abgeholzt werden. Naja, in dem natürlichen Wald hatten wir laut Gili die Chance, Affen zu sehen. Nach gefühlten fünf Metern haben wir dann schon die ersten gesehen. Die haben sich noch recht unspektakulär verhalten, die nächsten, die wir gesehen haben, sind aber durch die Bäume gesprungen und haben uns einiges zum gucken und fotografieren geboten. Auf dem Weg zurück zum Bus sind wir durch ein trockenes Flussbett gelaufen, welches mit großen Steinen und Wurzeln durchzogen war. Das lud Jano, Jan und mich natürlich sofort zu ‚the floor is lava‘ ein und wir bahnten uns unseren Weg über Steine und an Wänden durch das Flussbett. Der Körper bleibt bei solchen Aktionen zwar nicht ganz unbeschadet, aber für so einen Spaß nehm ich das allemal in Kauf.

Affen in der Rongai

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‚The floor is lava‘

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Am Sonntagnachmittag sind wir dann in dem Massai-Dorf ankommen, indem wir übernachten wollten. Es handelte sich dabei aber eher um einen Bauernhof und hatte nicht mehr wirklich was vom traditionellem Massai-Leben. Nach einer kleinen Wanderung durch die Landschaft, haben wir alle gemeinsam am Lagerfeuer gegessen. Neben Chapati, Gemüse und Kartoffeln, gab es auch Fleisch, welches vorher an der Keule über dem Feuer gebraten wurde. Es war nicht nur verrückt zu sehen, wie eine Fleischkeule über offenem Feuer zubereitet wurde; das Fleisch hat auch noch fantastisch geschmeckt! Nach vielen Liedern, viel neuem Brennholz, einer Flache Gin und einigen vielen Bieren haben wir uns dann spät nachts auf Ohr gehauen.. nur, um um 5:30 dann vom Bus aus dem Schlaf gehupt zu werden, da wir durch die Massai-Savanne gehen wollten.

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Einmal wieder sechs sein..
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Feu Feu!

Auf dem Weg zu dieser Savanne sind wir dann auch an traditionellen Dörfern der Massai vorbeigekommen, Kontakt mit ihnen hatten wir aber nicht. Schon kurz nachdem wir die Savanne betreten hatten, entdeckte Gili schon eine Elefantenspur im Sand vor uns. Wir haben aber, soviel kann ich schon mal vorweg nehmen, trotz mehreren frischen Spuren, keine Elefanten gesehen. Jedoch haben wir auf dem Weg durch die Savanne schon mehrere Giraffen aus der Entfernung gesehen. Irgendwann erreichten wir dann einen Punkt, an dem der steinige Boden und die dürren Dornensträucher grünerem Gras und Büschen wichen. Außerdem grasten hier gleich mehrere Giraffen und Zebras und viel kürzerer Entfernung. Bis auf 30 Meter konnten wir an diese Tiere herangehen, ohne dass sie vor uns flohen. Auf dem Weg zurück zum Bus konnten wir durch das Gebüsch auch noch eine Elen-Antilope erspähen. Die größte Antilope der Welt Angesicht zu Angesicht in der Wildnis zu sehen war schon etwas besonderes..

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Auf die Entfernung..

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Elen-Antilope

Nachdem wir die Zelte abgebaut und uns die Bäuche vollgeschlagen hatten, machten wir uns auf den Rückweg nach Uuwo. Der Weg nach Hause war aber weitaus aufregender, als er erst einmal klingt. Wir fuhren mit unserem Bus nämlich durch das Mormella-Reservat. Schon nach 2 Minuten konnten wir am linken Wegrand ca. 8 Giraffen sehen. Wir sind aus dem Bus gestiegen und konnten bis auf ca. 40 Meter an die Giraffen herangehen. Rechts von uns spazierte auch noch eine kleine Herde Zebras an uns vorbei.. Es klingt immer blöd, wenn jemand das sagt, weil man es sich oft trotzdem nicht vorstellen kann, aber es ist wirklich etwas komplett anderes, die Tiere, die man aus dem Zoo kennt, in freier Wilbahn zu sehen. Es hat etwas magisches und vielleicht auch etwas surreales. Aber obwohl ich es manchmal nicht so richtig fassen konnte, war mir trotzdem bewusst, was für ein Privileg das ist. Wie oft erlebt man es, dass man durch die Landschaft fährt, aus dem Bus steigt und mehrere Giraffen und Zebras vor sich hat? Den zeitlichen Ablauf der weiteren Geschehnisse habe ich nicht mehr so ganz im Kopf, aber wir konnten noch mehrere Zebras, Thompson Gazellen und Schakale sehen. Kurz nachdem wir das Reservat verlassen haben, stand noch eine Giraffe recht nah am Wegrand. Natürlich sind wir Deutschen wieder alle mit Kamera und Sonnenbrille aus dem Bus raus.. Diese Giraffe hatte überhaupt keine Angst vor uns, weshalb wir uns bis auf 15 Meter an sie annähern konnten! Das war ebenfalls sehr beeindruckend.

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Giraffen am Wegrand

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Schakal
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Massai-Kind
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Thompson Gazellen

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15 Meter..

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Noch ein kurzer Getränkestop und dann ging es tatsächlich zurück nach Hause. Definitiv eines der besten Wochenenden (+Montag) meines Lebens!

 

Sonstige Bilder und Nachträge:

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Spielrunden bei Towo’s
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Jano, die Schildkröten und Ich
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Aus ‚Moshi‘ wird ‚Mosh‘
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‚Der Plumsack geht rum..‘
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Dschungelexpedition
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Auf dem Lake Jipe
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Hipppppos
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Auf dem „Fast-Königsfelsen“

Das wars von meiner Seite schon wieder. 🙂

 

Badae!

Tino